Simone Hermerath

Glücklich & zufrieden

Eine bekannte Geschichte zum Thema Achtsamkeit handelt davon, dass einige junge Menschen zu einem erfahrenen Zen-Meister kommen und ihn nach dem Geheimnis seines Glücks fragen. Er gibt darauf eine scheinbar simple Antwort: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich“.
Seine Zuhörer sind verwirrt und fragen nach, wieso sie denn nicht glücklich seien, wenn sie ebenfalls lägen, stünden, gingen und äßen. Und das auch noch jeden Tag.
Die Antwort ahnt schon, wer sich einmal mit Achtsamkeit beschäftigt hat.
„Sicher liegt auch ihr, und ihr geht auch, und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht, überlegt ihr schon, wohin ihr gehen werdet. Und während ihr geht, fragt ihr euch, was ihr bald essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig irgendwo aber nie dort, wo ihr gerade seid. Dort aber spielt sich das wahre Leben ab. Lasst Euch auf diesen Augenblick ein und nur dann habt ihr die Chance, glücklich und zufrieden zu sein.“

Haben Sie sich schon einmal in Achtsamkeit geübt? Dann kennen Sie vielleicht diese Erfahrung, in einem ruhigen, völlig unspektakulären Moment, in dem Sie einfach nur Ihre Umgebung beobachten oder auf den eigenen Atem achten, innere Zufriedenheit und Ruhe ganz deutlich zu spüren.
Sie wissen, was der Zen-Meister mit seiner Erklärung meint.
Oder Sie haben sich mit dem Thema Achtsamkeit noch nicht beschäftigt. Aber Sie kennen z.B. auch einen Moment wie diesen: Sie stehen am Bahnsteig, denken noch über den Arbeitstag nach oder checken auf dem Handy Ihre Nachrichten, als Ihnen plötzlich auffällt, wie schön der Sonnenuntergang gerade ist. Sie kommen im Moment an. Und das reine Wahrnehmen dieses Augenblicks macht ihn reicher als alles Tun.

Achtsamkeit zu üben schult uns darin, das Leben bewusster zu erleben und uns weniger in Beurteilungen zu verfangen. Aber es fällt uns schwer, immer achtsam zu sein.
Im Alltag stehen Arbeitszeiten, Termine und Planungen häufig im Vordergrund. Und der gute Vorsatz, achtsamer zu sein, ist plötzlich wieder vergessen.
Auch das ist die „Natur unseres Geistes“, wie man es in Anleitungen zu Achtsamkeitsübungen sagen würde. Aber wir können uns immer wieder daran erinnern, dass wir Achtsamkeit üben wollten und immer wieder neu damit beginnen. Es geht immer und an jedem Ort, denn wir erleben in unseren wachen Stunden jederzeit einen gegenwärtigen Augenblick.

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Simone Hermerath – Psychologin, Psychotherapeutin und Autorin

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Achtsamkeit für Anfänger – mit Meditation und Entspannungsübungen zu einem bewussteren Leben

Viele sprechen darüber, aber kaum einer lebt sie: Achtsamkeit. Mit offenen Augen und offenem Herzen durchs Leben zu gehen und jeden Moment aktiv zu spüren, fällt den meisten Menschen zunehmend schwer. Hektik im Alltag, Stress im Job und ein voller Terminkalender selbst in der Freizeit halten uns oft davon ab, uns selbst zuzuhören. …