Doreen Knapp

Gesundheit als gegenwärtiger Wirtschaftsfaktor

2017 lag der durchschnittliche Krankenstand pro Arbeitnehmer bei 12 Fehltagen (Deutsches Ärzteblatt Jg 115, 2/18);
Immer mehr Fehltage wegen Überlastungen in der Arbeit (Deutsches Ärzteblatt KW 19 5/18);
Krankenstand: Lange Ausfälle wegen psychischer Probleme (Deutsches Ärzteblatt KW 30 7/17)

Durch meine jahrzehntelange Tätigkeit im Gesundheitssystem mit den Schwerpunkten Führung, Begleitung von Veränderungsprozessen und Kommunikation stelle ich inzwischen fest, dass das Thema Gesundheit im Arbeitsumfeld zukünftig sehr wichtig sein wird.
Jede gesellschaftliche Innovation bringt gesundheitlich herausfordernde Faktoren mit sich.
In den Zeiten der Industrialisierung waren die Menschen Lärm-& Umweltbelastungen ausgesetzt, Epidemien entstanden aufgrund fehlender Hygienemaßnahmen und das menschliche Skelettsystem kam infolge hoher Belastungen an seine Grenzen. Fortan entwickelte sich die Medizinsoziologie mit der Bedeutung von Krankheit und Gesundheit in der Gesellschaft und deren Folgen.

Aufgrund der Globalisierung befinden wir uns in einem weiteren schnelllebigen Wandel infolge neuer Technologien und Informationsfluss.

Die heutige Informationsgesellschaft rückt in den Arbeitswelten enger und zwischenmenschlicher zusammen, um komplexere Aufgaben kognitiver zu lösen, genauer gesagt, um Wissen und Können besser zu nutzen.
Es ist bewiesen, dass soziale Beziehungen einen entscheidenden Einfluss auf unsere Gesundheit und Wohlbefinden haben. Die tägliche Vermittlung von Fakten, Unterstützung in Form von Feedback, die Evaluierung von Prozessen und der emotionale Bestandteil stellen den Aspekt sozialer Beziehungen im Berufsleben dar.
Im Zuge dessen, dass Mitarbeiter auf immer mehr unternehmerische Touchpoints treffen, um Wissen und Können auszutauschen, werden soziale Kompetenzen gefordert. Es braucht weitere Fähigkeiten, in jeder Situation sich selbst so gut wie möglich zu steuern, um sein Umfeld positiv beeinflussen zu können. Zukünftig werden sich die alten Spielregeln und Normen des Sozialverhaltens weiterentwickeln und neue werden entstehen, damit Menschen lernen partnerschaftlich, sachlich und zielorientiert zu handeln und um eine neue Arbeitskultur zu schaffen.

Positive Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit sind daher selbsterklärend und ein wichtiger Faktor für die Produktivität jedes Mitarbeiters.

Aufgrund der heutigen Entwicklung liegt, meines Erachtens, nicht der Schwerpunkt auf dem Arbeitspensum, sondern im sozialen Umgang mit der Arbeitsorganisation.
Die bedeutsamste Herausforderung ist momentan die persönliche Entwicklung jenes Einzelnen. Unser Gehirn, der Dreh-& Angelpunkt von physischen und psychischen Abläufen, wurde zum jetzigen Zeitpunkt evolutionsbedingt noch nie solchen Herausforderungen – wie denken, lernen, verändern, Kreativität, erweitern von Kompetenzen usw. - ausgesetzt. All diese Entwicklungen und großen psychomentalen Veränderungen gehen nicht spurlos an Menschen vorrüber.
Deshalb lasst uns wertschätzend, unterstützend und annehmend voneinander lernen und entwickeln.

„Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt; wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.“
(Ottawa-Charta der WHO, 1986)


Doreen Knapp, bringt als Coach und Trainerin für Gesundheitsmanagement jahrelange Erfahrung aus dem Gesundheitswesen mit.
In ihren Seminaren verbindet sie Aspekte aus Soziologie und Medizin im Hinblick auf Arbeitsorganisation. Denn sie ist überzeugt von dem Gedanken: „Erst wenn ein Mensch versteht, wie er ganzheitlich in seinem System funktioniert, kann er sein Verhalten zugunsten seiner Gesundheit und Produktivität verändern.

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Mehr Informationen finden Sie unter www.k6-gesundheit.de