Unser Gehirn ist ein “soziales Konstrukt”, sagt die moderne Hirnforschung. Es braucht geeignete soziale Umgebungsbedingungen, damit das Gehirn, seine ihm eigene“Neuroplastizität” entfalten – das heißt: “Neuverschaltungen” generieren kann. So lernen wir. So entwickeln wir uns. So steigern wir unsere Performance.

Ohne Neuverschaltungen bewegt sich nichts wirklich weiter: Wir fahren auf den gewohnten Datenautobahnen und tuen immer wieder nur mehr vom Selben. Und häufig gilt: Mehr vom Selben, das nichts bringt, bringt nicht mehr.

 

Um innovativ und kreativ zu sein, braucht es – neurobiologisch betrachtet – ein Klima von Wertschätzung, Akzeptanz und Begeisterung. Andernfalls bleibt alles beim Alten. Konkret gesagt: Nur wenn der innere „Hormoncocktail“ in unserem limbischen System, dem emotionalen Gehirn, stimmt, das heißt: ausbalanciert ist, sind wir leistungsfähig, glücklich und stresstolerant. Wir ziehen aus unserer Arbeit Befriedigung, sind motiviert und haben gute Chancen dem gefürchteten Burnout zu entgehen. Unsere berufliche und private Lebensqualität steigt.

 

Hierbei haben drei Schlüsselhormone für unseren Hirnstoffwechsel eine heraus ragende Bedeutung:

 

Oxytocin – das „Bindungshormon“ 
In einem Klima von Wertschätzung und Akzeptanz und in der respektvollen Bezogenheit auf andere Menschen wird dieses Hormon ausgeschüttet. Oxytocin macht uns bindungsfähig und ermöglicht befriedigende Beziehungen in wechselseitiger Anteilgabe und Anteilnahme.

 

Dopamin – das „Erfolgshormon“

Wenn wir erfolgreich sind und uns für unsere Erfolge belohnen, dann wird dieses Hormon ausgeschüttet. Wenn der Dopamin-Spiegel steigt, steigt unsere Motivation, Herausforderungen anzupacken. Wir performen.

 

Endorphin – das „Glückshormon“

Wenn wir das, was wir erleben und tun als sinnvoll erachten und wenn wir uns in unserem Leben von lohnenden Visionen leiten lassen, kommen die Endorphine zur Ausschüttung: wir sind glücklich und ziehen aus dem, was wir tun Befriedigung.

 

Um Mitarbeiter zu motivieren und deren Performance zu steigern, braucht es Führungskräfte, die im Sinne von Selbstfürsorge zunächst für einen ausgeglichenen Hirnstoffwechsel bei sich selbst sorgen und die im Umgang mit ihren Mitarbeitern entsprechende Anreize für einen ausgeglichenen Hornstoffwechsel schaffen:

 

– Bindungsanreize durch persönliches Interesse an ihren Mitarbeitern und die Verbesserung des Wir-Gefühls

– Erfolgsanreize durch erreichbare Zielvereinbarungen, kontinuierliches Feedback und Belohnungsinterventionen

– Befriedigungsanreize durch Brennen für eine Vision und Vermittlung von Sinn bei der Arbeit.

 

Autor:

Thomas Weil

Organisationsberater, Coach und Managementtrainer

Geschäftsführer der FREE THE LIMBIC Consulting GmbH Kassel

thomas.weil@freethelimbic.de

www.freethelimbic.de

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